Nach einem Wasserschaden ist die Trocknung die Phase, die über den langfristigen Erfolg entscheidet. Wird zu früh aufgehört oder mit ungeeigneter Technik gearbeitet, sitzt die Restfeuchte in Estrich, Dämmung oder Mauerwerk und sorgt Monate später für Schimmel, riechende Räume oder marode Bausubstanz.
Was bedeutet Bautrocknung eigentlich?
Bautrocknung ist der gezielte, messtechnisch begleitete Entzug von Feuchtigkeit aus Bauteilen wie Estrich, Wänden, Decken, Dämmschichten und Holzkonstruktionen. Ziel ist es, das Bauteil auf seine bauphysikalisch zulässige Ausgleichsfeuchte zurückzuführen – nicht einfach nur "oberflächlich trocken" zu wirken.
Welche Geräte kommen zum Einsatz?
Kondensationstrockner
Der Klassiker im Raumtrocknungseinsatz. Saugt feuchte Raumluft an, kondensiert das Wasser an einem gekühlten Wärmetauscher und gibt trockene Luft zurück. Effizient bei Raumtemperaturen zwischen 15 und 30 °C – ideal für Wohnräume.
Adsorptionstrockner
Arbeiten mit einem hygroskopischen Trockenmittel (Silica-Gel) und funktionieren auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig. Erste Wahl in Kellern, im Winter oder bei besonders hartnäckigen Bauteilen wie Beton.
Estrich-Dämmschichttrockner
Bei Schwimmestrich liegt zwischen Estrich und Rohbeton eine Dämmschicht, die sich bei einem Wasserschaden vollsaugt. Mit Saug- oder Drucktrocknung wird trockene Luft durch Kernbohrungen in diese Schicht geblasen oder gezogen – ohne den Estrich aufzustemmen.
Infrarot-Heizplatten
Treiben Tiefenfeuchte aus Wänden und Decken gezielt an die Oberfläche, wo sie dann von den Raumtrocknern aufgenommen wird. Sinnvoll bei sehr dicken oder stark durchfeuchteten Bauteilen.
Wie lange dauert eine Bautrocknung?
Die Dauer hängt vom Baustoff, dem Durchfeuchtungsgrad und der Konstruktion ab. Als grobe Orientierung:
- Oberflächlich nasse Wohnräume (Putz, Tapete): 7–14 Tage.
- Estrich-Dämmschichttrocknung nach Rohrbruch: 14–28 Tage.
- Massive Mauerwerksdurchfeuchtung: 4–8 Wochen.
- Keller mit aufsteigender Feuchte: nach Sanierungsmethode mehrere Monate.
Was kostet eine Bautrocknung?
Die Kosten setzen sich in der Regel aus Gerätemiete, Auf- und Abbau, Messprotokollen und Stromverbrauch zusammen. Wie hoch sie ausfallen, hängt von Geräteanzahl, Laufzeit und Schadensumfang ab – sinnvoll ist ein konkretes Angebot. Ob und in welchem Umfang ein Versicherer Trocknungs- und Stromkosten übernimmt, richtet sich nach Ursache, Tarif und Vertragsbedingungen und sollte vorab geklärt werden.
Eine belastbare Kostenaussage ist erst nach Begehung und Festlegung des Trocknungskonzepts möglich. Wir dokumentieren jeden Trocknungseinsatz nachvollziehbar; die Abrechnungsweise stimmen wir vorab mit Ihnen und – wenn gewünscht – mit Ihrem Versicherer ab.
Was Sie während der Trocknung beachten sollten
- Geräte nicht ausschalten – auch nicht nachts. Jede Unterbrechung verlängert die Trocknung erheblich.
- Fenster geschlossen halten. Trocknung funktioniert nur mit kontrollierter Raumluft.
- Möbel nach Möglichkeit aus dem Raum entfernen – das beschleunigt den Prozess.
- Geräusch- und Energieverbrauch einkalkulieren – beides gehört zur Trocknung dazu; die Kostenübernahme richtet sich nach Ihrem Versicherungsvertrag.
Häufige Fragen
- In vielen Fällen ja. Die Geräte sind deutlich hörbar, im Betrieb aber unproblematisch. Bei sehr großen Schäden oder Schimmelverdacht kann eine vorübergehende Unterbringung sinnvoll sein – ob Kosten dafür übernommen werden, hängt vom Versicherungsvertrag ab und sollte vorab geklärt werden.
Quellen
Dieser Beitrag stützt sich auf öffentlich zugängliche Informationen der folgenden Stellen. Er ersetzt keine individuelle Rechts-, Versicherungs- oder Gesundheitsberatung.
- Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall — Umweltbundesamt
- Wohngebäudeversicherung für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer — Verbraucherzentrale
Fachbeiträge unseres Teams zu Wasserschaden, Leckortung, Bautrocknung und Schimmelsanierung in Dortmund und Umgebung.
