Starkregen kann laut Stadt Dortmund grundsätzlich überall auftreten – auch fernab von Gewässern. Die Kanalisation ist nicht für jede Regenmenge ausgelegt – die Folge ist Rückstau, der zurück in tiefer liegende Räume drückt. Wer betroffen ist, sollte sofort handeln.
Was passiert bei Rückstau?
Bei Starkregen füllt sich der öffentliche Kanal, der Wasserspiegel steigt über die sogenannte Rückstauebene (meist Straßenoberkante). Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands – und der führt durch ungeschützte Bodenabläufe, Kellertoiletten oder Waschmaschinenanschlüsse zurück in Ihr Haus. Es handelt sich oft um Schmutzwasser, nicht um sauberes Regenwasser.
Sofortmaßnahmen bei akutem Rückstau
- Strom für die betroffenen Räume sofort abschalten – Stromschlaggefahr.
- Nicht in das Wasser steigen, bevor der Strom aus ist.
- Wenn möglich, Rückstauklappe oder Schieber manuell schließen.
- Wertvolle und gefährliche Gegenstände aus dem Wasser bringen, wenn ohne Gefahr möglich.
- Fotos und Videos vom Schadensbild machen – wichtig für die Versicherung.
- Notdienst der Stadtentwässerung und Fachbetrieb gleichzeitig informieren.
Sanierung nach Rückstau
Anders als bei sauberem Leitungswasser ist hier neben der Trocknung eine gründliche Reinigung und Desinfektion erforderlich. Wir entfernen das Wasser mit Industriesaugern, reinigen Oberflächen mit geeigneten Desinfektionsmitteln, prüfen mit Feuchtemessungen, ob Wandsockel und Estrich durchfeuchtet sind, und setzen anschließend Trocknungsgeräte ein. Stark betroffene Materialien (Teppich, Spanplattenmöbel, gelagerter Hausrat) müssen meist fachgerecht entsorgt werden.
Versicherungsfrage – aufgepasst!
Rückstau ist kein Leitungswasserschaden, sondern ein Elementarschaden. Wohngebäude- und Hausratversicherung leisten hier typischerweise nur, wenn der Elementarbaustein vereinbart ist. Prüfen Sie Ihre Police und lassen Sie sich zum Elementarschutz beraten – etwa bei Ihrem Versicherer oder der Verbraucherzentrale.
Vorbeugung – so schützen Sie Ihr Haus dauerhaft
- Rückstauklappe oder besser eine Hebeanlage in alle Abwasserleitungen unterhalb der Rückstauebene einbauen lassen.
- Bodenabläufe im Keller mit Rückstauverschlüssen versehen.
- Lichtschächte und Kellerfenster mit Schutzaufkantungen ausstatten.
- Niemals wichtige Dokumente, Elektronik oder Lebensmittel im Keller lagern, wenn dieser nicht rückstausicher ist.
- Regelmäßige Wartung der Rückstausicherungen – mindestens einmal jährlich.
Sonderfall Mietwohnung
In Mietwohnungen gilt: Den Schaden am Gebäude reguliert die Versicherung des Eigentümers. Eigene Möbel und Hausrat über die eigene Hausratversicherung – wieder nur mit Elementarbaustein. Mieter sollten den Vermieter unverzüglich informieren (§ 536c BGB); eine eigene Beauftragung mit Kostenerstattung setzt die Voraussetzungen des § 536a Abs. 2 BGB voraus.
Wie schnell helfen wir?
Bei Starkregenereignissen ist die Auftragslast erfahrungsgemäß hoch – wir priorisieren nach Dringlichkeit und bedienen akute Notfälle zuerst. Rufen Sie früh an – wer wartet, bis das Wasser steht, verliert wertvolle Zeit.
Häufige Fragen
- Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene müssen nach den anerkannten Regeln der Technik (u. a. DIN EN 12056 / DIN 1986-100) gegen Rückstau gesichert werden; maßgeblich sind zusätzlich die kommunale Entwässerungssatzung und die örtlichen Vorgaben. Fehlt eine Sicherung, kann das im Schadensfall auch versicherungsrechtlich relevant sein.
Quellen
Dieser Beitrag stützt sich auf öffentlich zugängliche Informationen der folgenden Stellen. Er ersetzt keine individuelle Rechts-, Versicherungs- oder Gesundheitsberatung.
- Starkregen und Hochwasser — Stadt Dortmund
- Versicherungsschutz gegen Elementarschäden — Verbraucherzentrale
- Hochwasserschäden am Haus – das sollten Sie jetzt tun — Verbraucherzentrale
Fachbeiträge unseres Teams zu Wasserschaden, Leckortung, Bautrocknung und Schimmelsanierung in Dortmund und Umgebung.
